Pferde Blog für ein friedvolles Miteinan

Die Revolution des Pferdeumgangs - Mein Manifest für ein friedvolles Miteinander

Aktualisiert: Apr 23

In den folgenden Zeilen werde ich dir erklären, was HORSENSATION ist und was es nicht ist. Ich werde mich direkt ausdrücken, kaum ein Blatt vor dem Mund nehmen und die Dinge beim Namen nennen. Wie du vielleicht schon dem Titel entnehmen kannst - es ist mein Manifest. Und mit meiner Arbeit möchte ich die Revolution des Pferdeumgangs vorantreiben. Deswegen ist es mir so wichtig, nieder zu schreiben, in was sich mein Umgang überhaupt unterscheidet - auch wenn ich damit eine Spaltung / Abgrenzung bewirken könnte... Doch wir können nichts Ändern, wenn wir nicht hinsehen und die Dinge aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Also sei darauf gefasst: Der Text kann dich tief triggern. Wenn du nicht bereit bist, etwas zu verändern, dann empfehle ich dir, diesen Blog-Eintrag lieber wieder zu schließen...

Pferde sind genauso Facettenreich wie wir Menschen. Sie träumen, haben Gefühle, sind Humorvoll, mitfühlend und haben noch so viel mehr Facetten zu bieten. Sie haben zwar nicht dieselbe Sprache und Mentalität wie wir - aber das muss nicht bedeuten, dass sie automatisch "dumm" wären, oder sie diese albernen Erziehungskonzepte und Trainingsmethoden bräuchten. Wir stellen uns über die Pferde und machen uns automatisch blind für das Potenzial, was in ihnen innewohnt. Wir lassen sie verstummen und innerlich verkümmern. So wie wir es so viele Jahre mit uns selbst gemacht haben. Damit wir in die Funktions-Gesellschaft passen. Und weil wir uns darin so einsam fühlen, ziehen wir unsere Pferde mit in diese Welt... Obwohl sie uns eigentlich so gerne zeigen würden, wie es anders gehen könnte. Wie die Welt wieder bunt und doch voller Gleichwertigkeit sein könnte. Wie wir endlich wieder Freude, Freiheit und Leichtigkeit leben könnten - ganz im Einklang mit der Natur und der kraftvollen, nährenden Energie, die in ihr innewohnt.




Meine Werte: Für den friedvollen Umgang mit Pferden

1. Verständnis

Erst wenn wir wirklich verstehen, wie Pferde "sprechen" und leben, können wir uns vertrauensvoll auf sie einlassen. Außerdem müssen wir verstehen, warum wir uns in bestimmten Situation getriggert fühlen. Wir müssen erforschen, welche Mängel in uns wohnen und warum wir uns diese auf kosten des Pferdes auffüllen wollen. Nur wenn wir Verständnis gegenüber der Natur des Pferdes aufbringen können, sowie Verständnisvoll uns und unseren Schwächen gegenüber treten können, kann Wachstum auf Augenhöhe entstehen.


2. Ehrlichkeit

Sei ehrlich zu dir selbst. Rede es nicht schön, wenn dein Pferd wegen dir in einer Box steht, nur damit du jeden Tag zu ihm fahren kannst. Es hilft nichts, wenn du Gegebenheiten herunterspielst und dich selbst anlügst, nur um den Schmerz nicht zu spüren. Du machst dich damit blind und taub - und dein komplettes System wird mit der Zeit zusammenbrechen. In Chronische Krankheiten manifestieren. Sei ehrlich zu dir selbst - das ist das liebevollste, was du dir antun kannst. Du bist kein schlechter Mensch - egal was du bisher getan hast. Es zählt immer das Jetzt und was du nun tust.


3. Gerechtigkeit

Pferde verdienen Gerechtigkeit. Wenn wir nicht wollen, dass die Pferde in uns reinlaufen bzw. Körperlich werden, dann sollten wir das auch nicht mit ihnen tun. Es ist unglaublich, was wir mit unseren sanften Vierbeinern anstellen. Wir halten sie wie Sklaven und rechtfertigen es mit Sätzen, wie "Ich zahle 300 € im Monat, dann kann mein Pferd das schon mal aushalten, was ich machen will" oder "Das ist mein Hobby, der hat 23 Stunden Zeit, das zu machen, was er will. Aber wenn ich dann da bin, hat er einfach zu funktionieren". Es reicht! Wir nehmen es uns ja schon heraus, dass wir uns das Pferd aussuchen. Können wir uns dann nicht einfach einmal um die Freundschaft bemühen? Warum muss das Pferd, das auch noch übernehmen?!


4. Weiterentwicklung

Es gibt nichts Großartigeres, als sich mit dem Pferd zusammen weiterzuentwickeln. Doch sollte dabei auch der Fokus beim Pferd liegen. Auf Kosten des Pferdes (wie es leider in vielen Pferdegestützten Coachings angeboten wird) sollte so etwas nicht statt finden! Das Pferd ist gleichermaßen wichtig und möchte sich - genauso wie du auch - optimieren und weiterentwickeln. Deswegen suchen uns auch die Pferde, weil sie wissen, dass wir ihnen auch sehr viel geben können. Doch leider öffnen sich die Meisten Menschen dafür nicht...


5. Selbstbestimmung

Die Freiheit selbst über sich und die Zeit zu verfügen. Wir ersehnen es uns. Doch unseren Pferden ermöglichen wir es nicht... Selbst wenn wir diese Freiheit noch nicht zu Verfügung haben, können wir es doch trotzdem unseren Pferden ermöglichen. Jedes Pferd hat das Recht auf Selbstbestimmung! Und es wäre so einfach umsetzbar! Man nehme einen Zaun, steckt einen Rundweg um eine Wiese ab, verteilt Heu auf den Rundweg und ein paar andere Abwechslungen (Lecksteine, Kräuter, Äste, Saftfutter, Sandliegeplätze, Kratzplätze, usw.) - und voila: das Pferd kann sich selbst in der Herde beschäftigen und entscheiden, ob es schläft, trinkt, frisst, spielt, sich sonnt, döst, rennt oder mit dir zusammen was unternimmt. Willst du nicht auch selbstständig in den Wald können? Dir selbst etwas zum Essen machen? Entscheiden ob du lesen oder fernsehen willst? Ohne abhängig von einem Menschen zu sein, der dich dort hin bringt, wo er dich haben will?!


6. Selbstwirksamkeit

Auch Pferde wollen sich spüren und merken, dass sie etwas bewirken können. Nichts macht sie trauriger, als wenn sie nur noch reagieren müssen. Doch leider ist das heutzutage immer noch Alltag im Pferdetraining. Pferde müssen lernen, auf den Menschen zu reagieren. Tut es das nicht, wird es bestraft oder ignoriert (wobei Ignorieren auch eine Strafe sein kann). Sie wollen das Training aktiv mitgestalten. Sie wollen mitdenken und zeigen, was sie drauf haben. Sie wollen sich fühlen und ihre Grenzen austesten. Selbstständig. Mit deiner Ermutigung!


7. Ermutigung

Im konventionellen Pferdeumgang werden Pferde klein gehalten. Ihnen wird absolutes Mitspracherecht verwehrt. So sehen wir lehre Pferdekörper, die wie Marionetten das ausführen, was der Mensch ihnen vorgibt. Doch warum haben wir so angst davor, das Pferd zu ermutigen? Weil wir selbst klein gehalten wurden und uns selbst weiter klein halten. Mit unseren Pferden können wir wieder lernen über uns hinaus zu wachsen. Sich zu ermutigen, anstatt zu entmutigen!


8. Schönheit

Es ist alles andere als Oberflächlichkeit. In uns wohnt der pure Ausdruck von Schönheit, welcher nach Außen will. Es will sich zeigen und voller Hochachtung betrachtet werden. Wie ein Pfau, der stolz seine Federn zeigt. Auch Pferde wollen in ihrer Schönheit erkannt werden. Sie wollen sich zeigen und bewundert werden. Es ist wie Magie, wenn die innere Schönheit nach Außen getragen wird.


9. Freude

Das Leben ist schon ernst genug. Warum nehmen wir diese Ernsthaftigkeit mit zum Pferd? Freude können wir in den kleinsten Dingen und Momenten finden. Das Pferd muss uns das nicht erfüllen. Wir können uns auf unser Pferd freuen, selbst wenn es heute keine Lust auf uns hat. Wir können uns am schönen Wetter erfreuen, selbst wenn es gerade regnen sollte. Wir können uns an uns selbst erfreuen, auch wenn wir heute noch nichts geleistet haben. Freude ist nicht an Erwartungen bzw. Leistungen gekoppelt. Freude ist Frei und immer zugänglich.


10. Leichtigkeit

Mit der Freude kommt die Leichtigkeit. Wenn wir uns von Erwartungen lösen und uns nicht mehr so wichtig nehmen. Wenn wir uns selbst Liebe geben können, ohne es von woanders holen zu müssen. Wenn wir an uns Glauben und uns nicht mehr verunsichern lassen. Wenn wir Hilfe annehmen können, ohne uns dabei minderwertig zu fühlen. Wenn wir uns dem Fluss hingeben und dem Leben vertrauen.



Der kleine - oder doch eher Große - Unterschied

11. Das Fundament

Es gibt nichts wichtigeres als ein solides Fundament. Bevor das nicht steht, macht es absolut keinen Sinn, etwas mit deinem Pferd zu unternehmen. Und mit Unternehmen, meine ich Spazieren gehen, Bodenarbeit oder Reiten - egal ob am Platz, in der Halle oder im Gelände. Im gängigen Pferdeumgang wird empfohlen für eine "bessere Beziehung" Bodenarbeit zu machen. Doch das hat in den meisten Fällen leider nichts mit Beziehungsaufbau zu tun, sondern mehr mit einem methodischen Vorgang, um dem Pferd zu zeigen, dass es auf seinen Menschen reagieren muss - selbst wenn es noch so friedvoll dargestellt bzw. gelehrt wird. Das Fundament baust du am Besten durch deine Bemühungen auf. Das Pferd muss sich nicht bemühen. Zum Fundament gehört Wissen über die Natur der Pferde, die Pferdesprache und Verständnis über dich und deine Themen. Wenn du weißt, dass deine Themen und auch körpersprachliche Unachtsamkeit gewisse Verhaltensweisen beim Pferd auslösen, brauchst du keine ständige Symptombekämpfung (also wiederholendes, methodisches Training). Du weißt dann wo die Ursache liegt und kannst dich präventiv darauf einlassen und diese auch nachhaltig lösen. So bist du für alles Weitere perfekt vorbereitet!


12. Wir hinterfragen

Nicht alles ist Gold was glänzt. Es springen immer mehr Pferdetrainer auf den Hype-Train mit auf und schmücken sich mit den wundervollen Wörtern, wie: Friedvoll, Achtsam, Individuell, Einzigartig, Charakter, Sanft, Respektvoll, Kommunikation,... Mit Sicherheit meinen sie das auch so. Doch in den meisten Fällen machen sie etwas ganz anderes. Deswegen ist es so wichtig zu hinterfragen. Genau zu erforschen, ob diese/r Trainer/in wirklich das macht, was du lernen willst. Es ist nicht schlimm, wenn du ein komisches Bauchgefühl bekommst. Verlass dich sogar genau da drauf! Sie machen das, was sie für Richtig halten. Aber es muss nicht das sein, was du willst. Sei mutig und breche den Unterricht ab, wenn du merkst, dass es doch nicht dem entspricht, was du dir gewünscht hast! Hinterfrage Handlungen bzw. Trainingsweisen, warum der/die Trainer/in das so macht, wenn du den Sinn dahinter nicht verstehst (die Meisten können das sogar noch nicht einmal erklären... Also schnell weg da!).


13. Es ist kein Horsemanship

Jahrzehnte lang war das die "friedvolle" Pferdebewegung bzw. fast schon Revolution. Doch es entspricht in keinster Weise das, was ich lehre. Horsemanship ist lediglich eine Konditionierungs-Methode, die sich vermeintlich aus dem "natürlichen Pferdeverhalten" herauskristallisiert hat. Doch was verwendet wurde, sind Manipulationen - meist im Dominanz-Bereich - und es wurden komplett Zusammenhangslose Sequenzen aus der natürlichen Kommunikation der Pferde für den Menschen umsetzbar gemacht. Es ist eine lernbare Methode mit verschiedenen Techniken. Im Endeffekt kommt es - wie bei jeder anderen Methode - aufs selbe heraus: das Pferd muss das tun, was der Mensch sagt. Sonst wird es so lange wiederholt, bis das Pferd das macht, was der Mensch sagt.


14. Es hat nichts mit Konditionierung zu tun

Dieser freiheitliche Umgang. Man sieht in Videos freie Pferde, die - wie Marionetten - das tun, was der Mensch befielt. Sie tanzen herum, führen die schwersten Lektionen oder Zirkustricks aus, kommen bei Zuruf, rennen von selbst in den Hänger, verschmähen jedes Grashalm - und das auch noch komplett ohne Halfter und Strick. Das muss Beziehung sein... oder? NEIN! Das hat absolut gar nichts damit zu tun. Du fragst dich wahrscheinlich: "Aber das Pferd kann doch einfach gehen, wenn es keine Lust darauf hätte". NEIN! Diese Pferde werden Systematisch in eine Abhängigkeit und in ein Minderwertigkeitsgefühl gebracht. Die Konditionierung durch die Gabe von Leckerlis, Pausen oder Druckminimierung, führt dazu, dass die Pferde abhängig vom Lob werden - meist bauen sie auch noch eine Beziehung zum Clicker auf (wenn damit gearbeitet wird) - aber was der Mensch macht, oder welcher Mensch die Tricks verlangt, ist dabei egal. Sie führen das aus, was verlangt wird, damit sie Lob bekommen, eine Pause haben dürfen oder keinen Druck mehr spüren müssen. Aber sicher nicht, weil sie es für ihren Menschen - oder gar für sich selbst - machen...


15. Energie und die native Pferdesprache

Anstatt dem Pferd eine erfundene - dem Menschen dienliche - "Sprache" beizubringen, ermächtigen wir uns der nativen Pferdesprache. Wir lernen sie wie eine Fremdsprache, bis sie bei uns in Fleisch und Blut übergeht. Das Schöne dabei: sie ist fast Artübergreifend. Wenn du die Pferdesprache verstehen lernst, wirst du auch alle anderen Tiere immer besser lesen lernen. Denn eine Sache ist bei uns allen gleich - nur wir Menschen haben es verlernt: Es ist die Energie. Energie ist überall und das Hauptsprachrohr der Pferde (und auch das von allen anderen Lebewesen. Die Gewichtung der Ebenen - von Energie, Körper und Berührung - unterscheidet sich von Art zu Art).


16. Trotzdem ist es keine Tierkommunikation

Bei der Tierkommunikation tretet man mit der Seele des Tieres in Kontakt. Wir können auch mit unserer Seele (unserem Unterbewusstsein) in Kontakt treten. Doch in der Materie (im Bewusstsein) sieht alles noch einmal etwas anders aus. Wir bewegen uns in der Materie. Wir sind hier auf der Erde und so müssen wir auch in die Umsetzung gehen. Im Umgang mit dem Pferd geht es also auch um die ganzen Facetten unseres Lebens und unseres Seins. Wir sind Menschen und sie sind Pferde. Und so müssen wir auch miteinander kommunizieren. Die Tierkommunikation kann unbewusstes aufdecken (was auch Hilfreich ist). Doch wir arbeiten mit dem Bewusstsein und mit dem was da ist. Gerade im Verhalten des Pferdes kann ich sehen, welche Themen (beim Pferd oder auch beim Menschen) zugrunde liegen. Das können wir ganz einfach gemeinsam ändern, indem wir ins "Tun" kommen und neue Handlungen ausführen bzw. unser Muster im Kopf (Neuronale Verknüpfungen / Pfade) mit dem neuen Verständnis und Lebensveränderungen überschreiben.


17. Beziehung ist das A und O

Wenn wir ein Fundament - also auch eine Beziehung - zum Pferd aufbauen, wird alles um einiges leichter. Wir arbeiten genau daran - dass ihr eine gute Beziehung erreicht, um dann gemeinsam so richtig durchstarten zu können. Denn wenn dein Pferd merkt, dass du als Vorbild voraus gehst, seine Fragen und Bemerkungen beachtest und sogar in dein Vorhaben integrierst, wird es nicht mehr genug von dir bekommen können. Wenn du dann auch noch Präsent und Achtsam bist, Sicherheit ausstrahlst und in jeder Situation eine souveräne Lösung parat hast, wird es dich als Mentor ansehen und unbedingt von dir noch mehr lernen wollen. Dann wird es nicht mehr lange dauern, dass dein Pferd dich freiwillig zum Tanz auffordert und es sich dir in seiner ganzen Pracht präsentieren möchte - um von dir unterrichtet zu werden. Wenn es eine Stute ist, wird sie dir frei überall hin folgen, jedes Abenteuer mit dir Meistern und sich dir vielleicht auch in einem Tanz zeigen. Ganz ohne Konditionierung oder Training. Sondern durch deine Bemühungen, deine Achtsamkeit und dein Lernwille. Weil dein Pferd deine Freundschaft schätzt, sich sicher und geborgen fühlt. Und weil es bemerkt, dass es dir dabei nicht um Dich geht, wird es dir umso mehr Geschenke machen!


18. Wir achten auf die Individualität - wirklich!

Jedes Pferd bringt andere Talente und Eigenschaften mit. Es bringt absolut nichts, ein Pferd in eine Form zu pressen, in welche der Mensch es sehen will. Es ist nichts anderes, wie in unserer Welt - wo wir uns auch in Rollen pressen, hinter Masken verstecken oder etwas vorspielen, nur um Erwartungen zu erfüllen. Raus aus diesem Hamsterrad - am besten mit dem Pferd zusammen! Auch in der Herde hat jedes Pferd seine eigene/n Aufgabe/n. Diese entsprechen immer den Talenten und den Charaktereigenschaften des Pferdes. Es liegt an uns, diese heraus zu finden - und wenn wir richtig gut sind - diese zu fördern.


19. Es ist so viel mehr als nur Pferdetraining

In den meisten Fällen geht es darum, das Pferd gesund zu bewegen bzw. zu trainieren. Aber mal ehrlich... Müssen wir das überhaupt? Solange sich dein Pferd in einer Herde aufhält, sich frei bewegen kann (also selbstständig lange Strecken hinter sich bringt) und vor allem Bewegungsanreize hat (Kumpels, Futtersuche, unterschiedliche Orte - wie beim Paddock-Trail), müssen wir unsere Pferde definitiv nicht bewegen. Das machen sie schon selbst. Pferde sind von Natur aus Energie-Sparer. Denn wenn Raubtiere kommen und sie haben sich schon ausgepowert, haben sie verkackt. Doch es gibt Zyklen, in denen die Pferde gemeinsam ihre überschüssige Energie loswerden. Das hast du bestimmt schon einmal erlebt. Die Pferde rennen wie von der Hummel gestochen hin und her und du fragst dich, was heute los ist? Nun, heute ist Power-Tag! Deswegen müssen wir Pferde nicht bewegen, denn wenn sie den Platz haben, kümmern sie sich selbst um ihren Energie-Haushalt. So können wir uns um die schönen Dinge kümmern: Fellpflege, gemütliche Spaziergänge, kreative Freiarbeit, friedvolle Reitkunst... aber all das, weil das Pferd es selbst will und nicht weil wir uns denken: "Scheiße, ich muss mein Pferd bewegen, sonst wird es fett und krank!".


20. Gemeinsam Meilensteine erreichen

Friedvoller Pferdeumgang bedeutet nicht automatisch, dass wir nun nichts mehr mit unseren Pferden tun dürfen. Im Gegenteil! Jede Unternehmung in die gemeinsame Richtung bringt euch weiter voran. Doch der Fokus sollte definitiv auf eure gemeinsame Richtung liegen. Was dein Pferd wirklich will, findest du erst heraus, wenn du der Pferdesprache mächtig bist, Pferde allgemein besser lesen kannst, bei dir innerlich aufgeräumt hast (Ehrliche Selbstreflexion) und die Mentalität der Pferde allgemein verstanden hast. Nicht ohne Grund möchte ich die Revolution des Pferdeumgangs weiter voran treiben, da sich genau hier der Haken befindet. Denn wenn wir uns nicht mit unserem Pferd und uns selbst beschäftigen (und weiter im Funktionieren-und-Leisten-Müssen-Modus stecken), stecken wir unser Pferd automatisch in eine Form. Denn wir kennen es ja auch von uns und unserem Leben nicht anders. Wenn du aber lieber die Form sprengen willst und über dich hinaus wachsen möchtest, ist dieser Umgang genau richtig für dich. Und du musst noch nicht einmal auf irgendetwas verzichten (es muss dennoch auch zu deinem Pferd innerlich, wie äußerlich passen). Es gibt nur so viel natürlichere und freiheitlichere Möglichkeiten Meilensteine auf der gemeinsamen Abenteuerreise zu erreichen (und das auch körperlich absolut gesunderhaltend!).



Meine Mission: die Revolution im Umgang mit Pferden!

21. Pferde ticken eigentlich so anders...

Immer wieder werden Geschichten erzählt, dass sich das Pferd gegen den Menschen auflehnt, es Dominant ist und die Führung übernehmen will, den Menschen verarscht, faul, stur oder dumm ist, wenn es was nicht macht oder, oder, oder... Doch eigentlich wollen sie doch nur eine harmonische Beziehung mit uns führen und übernehmen das, was wir nicht gut können (selbst wenn sie sich darin überfordert fühlen - aber einer muss ja die Aufgabe übernehmen). Sie reagieren auf unser Energiesystem stärker, als auf unsere Körpersprache (vor allem viel stärker als auf die künstliche, antrainierte Trainings-"Sprache"). Deswegen kommt es zu gewissen Verhaltensweisen. Nicht weil das Pferd krieg mit dir führen will oder dich nicht leiden kann, sondern weil es entweder gar nicht anders reagieren kann (weil es nun mal ihre Sprache ist) oder es immer wieder zum gleichen Missverständnis und zum gleichen Konflikt kommt und das Pferd einfach nur mitteilen will, was los ist.


22. Das starke Energiebewusstsein der Pferde

Mehrmals habe ich das ja schon angeteasert. Hier möchte ich nur ein einfaches Beispiel im Zusammenhang mit der Energie erklären: Stell dir vor, du liebst dein Pferd und willst es am liebsten ganz nah bei dir haben, deine Nase in das weiche Fell vergraben und gemeinsam die Sonne genießen (ich denke das ist gar nicht mal weit hergeholt, oder?). Dein Pferd ist ebenso schmusig und doch auch etwas körperlicher unterwegs, was dir vielleicht manchmal etwas angst macht. Von Außen erhältst du einen Rat, dass du deinem Pferd beibringen sollst, dass es nicht mehr so aufdringlich sein soll. Also gehst du auf den Platz, nimmst eine Gerte, Peitsche oder den Strick zur Hand und immer wenn dein Pferd zu dir kommen will, fuchtelst du mit Gerte oder Peitsche oder schlackerst mit dem Strick. Irgendwann traut sich dein Pferd nicht mehr in deine Nähe. Das wird nun "Respekt" genannt. Doch du musst es immer wieder machen, ständig hinterher sein und wenn du nicht aufpasst, klebt dein Pferd noch näher an dir - ein hin und her - bis zum riesen Konflikt, wenn das Pferd sich dann losreißt, nicht mehr zuhört, ständig von dir abhaut, etc. Denn was das Pferd verstanden hat, war dein tiefer, inniger Wunsch nach einer Verbindung und nach Nähe. Er hat deinen inneren Ruf gehört und ganz fein darauf reagiert. Doch plötzlich widersprichst du dir selbst, indem du ihn von dir wegschickst. Dein Pferd ist verwirrt, bekommt vielleicht sogar angst und registriert, dass du nicht mehr vertrauenswürdig bist und koppelt sich lieber von dir ab. Pferde haben also immer einen Grund, wenn sie etwas tun. Entweder stellen sie Fragen oder beantworten etwas von dir. Meistens reagieren sie einfach nur auf unser Energiefeld mit all den Informationen, die darin herumschwirren...


23. Es gibt keine Problempferde, sondern einfach nur Missverständnisse

Natürlich können auch Pferde Päckchen mit in die Beziehung bringen. Doch in den meisten Fällen sind "Problempferde" einfach nur Pferde, die noch nicht aufgegeben haben. Die sich noch mitteilen und versuchen die Missverständnisse auf ihre Art "anzusprechen". Wenn dir keiner zuhört - verstummst du oder schreist du? Je nach Charakter ist es auch bei Pferden so. Und das alles nur, weil es immer noch so viele falsche Ansichten zur Pferdepsyche, Verhaltensweisen und Trainingsarten gibt. Natürlich will jeder Mensch das Beste für seine Fellnase - das möchte ich niemanden absprechen. Und gerade deswegen, ist es so wichtig, noch einmal alte Konzepte zu hinterfragen, neu zu erforschen und damit Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.


24. Die wahre Botschaft der Pferde erkennen

Natürlich sprechen die Pferde nicht in dem bewussten Maße zu uns, dass sie sagen: "Hey, schau mal du hast da dieses und jenes Problem, kümmre dich mal drum". Doch wenn wir die Mentalität der Pferde und die native Pferdesprache verstehen, können wir im Verhalten des Pferdes (und manchmal sogar in der Morphologie) sehen, welches Thema dem zugrunde liegt - also was hierbei die Kern-Ursache ist. Es liegt dann an uns, dieses Thema nicht nur im Pferdeumgang bewusst anzugehen, sondern vor allem auch im alltäglichem Leben. Es muss in unsere Zellen, unsere Neuronalen Verknüpfungen müssen überschrieben werden und das ganze System kann sich auf die neue Lebensweise einstellen. Es ist wirklich wie Magie, was sich selbst in kürzester Zeit verändern kann, nur wenn man das Thema erkannt hat. Hier ein Beispiel von mir und meiner Stute: Wenn ich mit ihr spazieren ging, ließ sie sich immer extrem zurück fallen und ging ganz langsam, weit weg von mir. An gemeinsam Traben war gar nicht zu denken - ich habe es bis zum Asthmaanfall probiert, sie zu motivieren. Im herkömmlichen Sinne, würde man nun sagen: "Die vertraut dir nicht" oder "Die ist bockig und unerzogen". Man würde zur Gerte greifen und sie ständig touchieren und antreiben. Doch es lag ein Thema dahinter, welches sie in meinem Energiefeld wahrgenommen hat. Meine Selbstablehnung. Sie war immer verunsichert, ob ich sie ablehne - da sie nicht nur meine Ablehnende Energie wahrgenommen hat, sondern auch meine Körpersprache war dementsprechend aufgebaut. Als ich sie dann am nächsten Tag für einen Spaziergang holte, ging ich gleich mit der Energie zu ihr, dass ich nicht sie meine und unterstützte das Ganze mit einer offenen, ihr zugewandten Körpersprache. Und seitdem will sie nur noch mit mir traben! Kein Training, keine Konditionierung - sofortige Veränderung und absolut nachhaltig (wenn du dich auch wirklich weiter mit deinem inneren Thema befasst. Für mich war es z. B. wichtig, dass ich nicht nur offener, verständnisvoller und liebevoller zu mir wurde, sondern vor allem auch heraus fand, woher das Thema überhaupt kam, dass ich mich selbst so sehr abgelehnt habe. Denn - ja - es kann sich sofort bemerkbar machen, wenn die Energie neu schwingt. Doch damit das Ganze auch wirklich nachhaltig in deinem körperlichen System bleibt, muss du definitiv dran bleiben, bis alles auch bis in den Zellen "überschrieben" wurde. So natürlich auch bei unseren Pferde im Umgang. Du musst auch hier immer wieder beweisen, dass du es verstanden hast. Dass du bewusst und präsent bist - auf fried- und verständnisvolle Weise).


25. Mein Schlusswort

Ich wollte mit meinem Manifest nicht auf andere Zeigen und sie schlecht machen, sondern nur anregen neu zu hinterfragen und auch einmal andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Offen zu sein und immer wieder weiter dazu lernen wollen. Bestimmt fühlst du es auch, dass es doch auch anders gehen könnte... Dieses Gefühl hat mich bereits seit meiner ersten Reitstunde verfolgt. Warte nicht so lange wie ich. Lass dich nicht so lange verunsichern, wie ich mich hab verunsichern lassen. Du kannst dich jetzt für einen neuen Weg entscheiden und ein wesentlicher Bestandteil der Revolution des Pferdeumgangs werden! Gemeinsam können wir die (Pferde-) Welt Schritt für Schritt zu einem verständnisvolleren und friedlicheren Ort verändern!



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